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Gemeindeverband Bad Bergzabern
 

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"Tatort Internet": Ist Aufklärung der Königsweg?


Referent Edgar Wagner, Datenschutzbeauftragter RLP

Fast 20 Teilnehmer haben sich am 12.01.2011 nach Pleisweiler-Oberhofen ins Landhaus Wilker auf den Weg gemacht, um sich über die Gefahren rund ums Internet und andere Techniken, die die Freiheitsrechte der Bürger einschränken, zu informieren. Edgar Wagner, Datenschutzbeauftragter von Rheinland-Pfalz, berichtete zunächst von Videoüberwachungen, die neben dem Internet die Freiheitsrechte stark beeinflussen. Dabei war für die Zuhörer überraschend zu hören, dass diese Technik nur zu einem geringen Teil vom Staat eingesetzt wird: "Private Stellen wie Kaufhäuser, Discounter, Tankstellen, Banken, Parkhäuser, etc. machen den Löwenanteil aus", sagte Wagner. Wie in der Physik (actio = reactio) stelle sich auch in der Gesellschaft eine Wechselwirkung ein. In gleichem Maße, wie sich die Kriminalität mit immer subtileren Mitteln ausbreitet, nehmen auch die Kontroll- und Sicherheitsmechanismen zu. Eine Spirale, die zu Lasten der Freiheitsrechte von uns Bürgern geht, ein Teufelskreis! Was das Internet betrifft, sind kaum noch Grenzen bezüglich eines "privaten Raumes" festzumachen. Insbesondere junge Menschen geben freizügig ihre z.T. intimen Daten über die "Sozialen Netzwerke" (Facebook, Twitter, WkW etc.) preis, berichtet Wagner. Diese Unmengen von Daten werden dann von den kostenlosen Diensten ausgewertet und interessierten Unternehmen gegen viel Geld zur Verfügung gestellt: z.B. für Internetanbieter, die dann gezielt Angebote absetzen können. Neben diesen "exebitionistischen Erscheinungen" der Nutzer selbst, gibt es eine Fülle von kriminellen Handlungen im Internet: Vom Datenraub über Zerstörungen privater Daten bis hin zu betrügerischen Vertragsabschlüssen. Ein Eldorado der Kriminalität! Der Datenschutzbeauftragte erläuterte am Beispiel des Straßenverkehrs, mit welchen Maßnahmen die vielen Unfalltoten in den letzten 40 Jahren drastisch reduziert werden konnten und fragte, ob es möglich sei, diese 4 Erfolgafaktoren auf den Datenverkehr im Internet mit seinen "Unfällen" zu übertragen: - Regeln und Gesetze: Wegen Globalität fast nicht umsetzbar, - Technik und Wirtschaft: kaum Interesse wg. riesiger Geschäfte, - Kontrolle, Polizei: nur national umsetzbar, schwer möglich, - Aufklärung und Erziehung: das könnte ein Ansatzpunkt sein! Ein Teilnehmer schlug die Aufklärung als Königsweg vor: Brauchen wir nicht, nach der Aufklärung des 18. Jahrhunderts, wo es um die "Mündigkeit des Menschen" ging, eine weitere Aufklärungswelle, um die globale Bedrohung durch kriminelle Internet-Schergen und übermächtige Organisationen abzuwenden? Referent und alle Teilnehmer stimmten dem zu. Eltern, Schulen, Erwachsenenbildung und Kirchen aber auch Parteien müssen sich dem Thema annehmen, damit einerseits unsere persönlichen Freiheitsrechte geschützt werden und auf der anderen Seite, die unerschöpflichen Informationen des Internets, allen Nutzern zu jeder Zeit, an jedem Ort der Welt zur Verfügung stehen. Christian Heft, Vorsitzender des Gemeindeverbandes dankte dem Referenten Edgar Wagner für die sehr informative Veranstaltung. Er dankte auch seiner Stellvertreterin Christine Kornmann für die Organisation im Vorfeld. Die Teilnehmer lauschen interessiert den Ausführungen von Edgar Wagner